Moria – das Leiden geht weiter!

„Inakzeptabel“, „unwürdig“ – so werden die Zustände im
Lager Moria auf Lesbos beschrieben.
Deutschland wollte endlich etwas tun und kündigte Anfang März an, sich an der Aufnahme von 1.000 bis 1.500 Kindern zu beteiligen – vor allem kranken.
Doch die nüchterne Bilanz heute: Keines dieser kranken Kinder wurde evakuiert.
Wie das ARD-Magazin REPORT Mainz vom 5.5.2020 berichtet, hatte ein Großteil der jetzt evakuierten Kinder einen Anspruch auf EU-Familienzusammenführung und hätte daher sowieso in Deutschland aufgenommen werden müssen.
Dem Beitrag zufolge war Ärzte ohne Grenzen im regen Kontakt mit dem Bundesinnenministerium. Die Organisation betreibt vor Ort eine Klinik für Kinder und Familien.
Die Mitarbeiter sammelten Namen und Daten von mehr als 150 Kindern, die wegen schweren Erkrankungen dringend evakuiert werden müssten.
Auch andere Organisationen üben Kritik an der deutschen Aktion: Akut gefährdete Minderjährige seien nicht beachtet worden, die Umsetzung sei chaotisch gewesen, die Auswahl teils willkürlich.
direkter Link zur dem Beitrag von REPORT Mainz:

https://www.ardmediathek.de/daserste/player/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzEyMzY1NDc/fluechtlingslager-warum-fast-nur-gesunde-gefluechtete-kinder-aus-griechenland-ankamen

weitere Sendetermine dieser REPORT Mainz Ausgabe :
Fr, 8.5.2020 | 4:15 Uhr | SWR Fernsehen
Fr, 29.5.2020 | 2:15 Uhr | SWR Fernsehen

Von Kai Weber, Flüchtlingsrat Niedersachsen

Wer Hass sät…

Mit Bestürzung haben wir den Anschlag auf die Geschäftsstelle der AWO in Bremen in der letzten Nacht zur Kenntnis genommen und verurteilen diesen aufs Schärfste!

Seit Wochen trägt die Berichterstattung über die Landesaufnahmestelle in den Medien und sozialen Netzwerken dazu bei, auch die Mitarbeitenden der AWO zu diskreditieren. Die Auseinandersetzungen haben eine Form angenommen, die jede sachliche Ebene verlassen hat. Der Anschlag auf die Geschäftsstelle ist einmal mehr ein Beispiel dafür, wie viel Einfluss verbale Hetze auf kleingeistige Gemüter ausüben kann.

Wie sieht die nächste Form der Eskalationsstufe aus?

Heute Nacht sind „nur“ Schäden am Gebäude entstanden. Das ist schon schlimm genug.

Stellungnahme der Bremischen Ev. Kirche

„Wir sind erschrocken über Terroranschläge oder –drohungen wie gegen die Synagoge in Halle, in Hanau oder gegen die Bremer Fatih Moschee. Rechte Hetze schürt Hass, enthemmt Menschen und lässt sie zu skrupellosen Tätern werden. Wir stehen an der Seite unserer jüdischen und muslimischen Geschwister und bitten alle Christen in Bremen, der Opfer zu gedenken und für Frieden und Verständigung einzutreten.“

Edda Bosse (Präsidentin)

und

Pastor Dr. Bernd Kuschnerus (Schriftführer)

Rassismus tötet

Wir möchten uns dieser Mitteilung von Pro Asyl anschließen:

„Liebe Freundinnen und Freunde,
heute morgen (…) hat uns die schreckliche Nachricht aus Hanau erreicht. Die Tat dort war wohl rassistisch motiviert. Leider ist es mittlerweile sogar notwendig geworden, festzuhalten und zu betonen: Rassistische Morde sind keine »Unfälle« oder Taten von »wirren Einzelnen«, sie gedeihen in einem gesellschaftlichen Umfeld, in dem Menschenfeindlichkeit salonfähig geworden ist.

Wir möchten aber an dieser Stelle nicht nur über den Täter sprechen, sondern den Angehörigen und Freund*innen der Ermordeten unser Beileid aussprechen – und allen Menschen, die sich aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Hautfarbe in Deutschland zunehmend unsicher fühlen, unsere Solidarität versichern. Wir werden weiter an Eurer Seite stehen!

Wir appellieren auch an alle, in den kommenden Tagen an Mahnwachen und Demonstrationen der Zivilgesellschaft teilzunehmen. Gerade für die Betroffenen von rassistischer Gewalt ist es in diesen Zeiten wichtig, zu sehen, dass sie nicht alleine sind. (…)“

Fortbildung Asyl- und Aufenthaltsrecht

Fortbildung zum Asyl- und Aufenthaltsrecht

Noch nie gab es so viele Veränderungen im Asyl- und Aufenthaltsrecht wie in den letzten 5 Jahren. Den Überblick zu behalten, fällt nicht leicht. Die Fortbildung richtet sich an Ehren- und Hauptamtliche in der Arbeit mit Geflüchteten und MigrantInnen. Um Ihnen / Euch einen Einblick oder erneuten Überblick in diese Materie zu verschaffen, bietet Zuflucht – Ökumenische Ausländerarbeit e.V. in Kooperation mit dem Bildungswerk der Evangelischen Kirche eine Fortbildungsveranstaltung zum Thema an.

Inhalte werden u.a. sein:

• Überblick über das Asyl- und Aufenthaltsrecht/Änderungen
• Unterbringung und Wohnsitzauflage
• Soziale Leistungen (abhängig vom Aufenthaltsstatus)
• Arbeitsmarktzugang (abhängig vom Aufenthaltsstatus)
• Familiennachzug

Referent: Max Gabel

Termin: Mittwoch, 19.02.2020, 17.00-20.00 Uhr

Ort: forum Kirche
Hollerallee 75
28215 Bremen

Die Zahl der Teilnehmenden ist auf 25 Personen begrenzt.

Es entstehen keine Teilnahmegebühren.

Verbindliche Anmeldungen bitte bis zum 14.02.2020 an
zuflucht@kirche-bremen.de, Tel. 0421-8007004 oder an
www.bildungsweerk.kirche-bremen.de, Tel. 0421- 3461535

Wir freuen uns auf Sie!

Herzliche Grüße!
Max Gabel  (Fluchtraum e.V.)                      Doris Nauland (Zuflucht e.V.)

Vorschau 2020

19.02. Fortbildung zu Neuerungen im Asylrecht mit Max Gabel

13./14.3. Fortbildung Deeskalation und Konfliktmanagement mit Sonja Spoede

29.04. Mitgliederversammlung

Veranstaltung von Zuflucht e.V. am 4.12.2019

Vortragsankündigung

„Was steckt im Migrationspaket?“

Verbesserungen, Mogelpackungen und Verschlechterungen – ein Überblick

Seit 2015/16 sind in den Bereichen des Aufenthalts- und Asylrechts nicht so zahlreiche gesetzliche Veränderungen „auf einmal“ vorgenommen worden, wie mit den im Juni 2019 verabschiedeten Normen. Nur Wenige sind vollständig neu. Ganz überwiegend wurden bestehende Gesetze mit zahllosen Einzelregelungen geändert oder ergänzt und dann mit „griffigen“, aber falschen Überschriften wie „geordnete Rückkehrgesetz“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Vortrag bietet einen Überblick über wesentliche Änderungen und lädt zur Diskussion ein.

Prof. Dr. Holger Hoffmann

• Mitglied des Sprecherrates der mit den Wohlfahrtsverbänden und dem UNHCR zusammenarbeitenden Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
• Deutscher Koordinator des ELENA – Netzwerkes (European Network on Asylum) London/Brüssel
• Ehrenmitglied der Arbeitsgemeinschaft Migrationsrecht des Deutschen Anwalt Vereins
• Mitglied der Niedersächsischen Fachkonferenz für Flüchtlingsfragen

Mittwoch, 4. Dezember 2019
um 19.30
im AtriumKirche
Hohe Straße 7
28195 Bremen
(um eine kurze Teilnahmebestätigung, telefonisch oder per E-Mail wird gebeten)

„Malteser Migrationsbericht – Fakten statt Stimmungslage“

Der „Malteser Migrationsbericht – Fakten statt Stimmungslage“ will mit Hilfe von wissenschaftlich fundierten Fakten Impulse für eine sachliche öffentliche Diskussion setzen. Der wissenschaftliche Teil des Berichts wurde federführend von Professor Dr. Lars P. Feld am Walter Eucken Institut erstellt und beleuchtet in sechs Kapiteln die aktuellen Migrationsentwicklungen, das Thema Asylverfahren, den Einfluss von Migration auf den Arbeitsmarkt, fiskalische und wirtschaftliche Perspektiven, Kriminalität und Integration. Gleichzeitig enthält der Bericht einzelne Projektdarstellungen und Expertenbeiträge, in denen Geflüchtete, ehrenamtliche Helfer*innen und Mitarbeiter*innen aus der Flüchtlingsbetreuung zu Wort kommen.
Er ist online abrufbar unter www.malteser-migrationsbericht.de

Kirchenasyl

Mit seinem Urteil vom 24.9.2019 hat das Bremer Oberverwaltungsgericht klar gemacht: Menschen im Kirchenasyl sind nicht flüchtig! Das Heraufsetzen der Überstellungsfrist auf 18 Monate ist nicht rechtens! Das macht Mut, am Kirchenasyl und am Kämpfen für Menschen in prekären Situationen festzuhalten. Es zählt immer auch der Einzelfall, wobei „Fall“ nicht das richtige Wort ist: es zählt jeder Mensch, dessen Leben durch fragwürdige Entscheidungen des BAMF in Gefahr gerät. Wir kämpfen weiter für das Recht jedes Menschen auf ein Leben in Würde und Freiheit. Und damit halt manchmal auch gegen Dublin III – nicht in jedem europäischen Staat können Menschen auf ein Asylverfahren hoffen, dass ihr Leben rettet.