Moria

Europa sieht weg – angesichts der Brandkatastrophe in Moria ist es eine Ungeheurlichkeit, mit welchen Ausreden Länder sich weigern, Flüchtlinge aus den abgebrannten Elendslagern aufzunehmen.
Der unten stehende Link enthält einen offenen Brief andie Bundeskanzlerin, den Sie gerne weiter verbreiten können.
Wenn Sie Spenden wollen:

Die Diakonie Katastrophenhilfe hat seit 2015 in Thessaloniki ein substantielles Programm zur Unterstützung von Flüchtlingen und Migranten aufgebaut. Darüber hinaus gibt es natürlich nicht nur in Griechenland, sondern in einigen anderen Ländern der Region und der Welt Projekte für Flüchtlinge. Um schnell und flexibel Mittel dort einsetzen zu können wo sie zum Thema Flucht und Vertreibung benötigt werden, gibt es das Spendenstichwort: „Flüchtlingshilfe weltweit“ bei der Evangelischen Bank, IBAN: DE68520604100000502502, BIC: GENODEF1EK1.

Auf der Homepage von Pro Asyl gibt es einen Spendenbutton direkt für Moria: www.proasyl.de

Moria

Die Katastrophe in Moria war vorhersehbar. Viel zu viele Menschen in einem viel zu kleinen Lager mit schlechter Versorgung, Perspektivlosigkeit und Anfeindungen aus der Bevölkerung.
lesen Sie in unter diesem link einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin.

Aufnahme von Flüchtlingen aus Lagern

Auch Bremen hat sich bereit erklärt, Flüchtlinge aus den überfüllten Lagern z.B. in Griechenland aufzunehmen. Der Bundesinnenminister will das verhindern.
Tragen Sie dazu bei, dass dennoch Menschen diese katastrophalen Lager verlassen können. Dazu finden Sie unten eine Petition, die Sie mitzeichnen können. Vielen Dank!

https://weact.campact.de/petitions/aufnahme-von-gefluchteten-menschen-aus-den-lagern?bucket=20200820-wa-up-aufnahme-von-gefluechteten-uz-antifara&share=828d25ff-290e-46a3-ae32-23121b8ba018&source=email-share-button&utm_campaign=20200820-wa-up-aufnahme-von-gefluechteten-uz-antifara&utm_medium=recommendation&utm_source=email

Sie können den Link kopieren und in die Suchzeile einfügen.

1. Einsatz der Sea-Watch 4

Die Sea-Watch 4 soll in wenigen Tagen auslaufen. Der Kauf des Rettungsschiffes wurde im Januar 2020 von dem zivilgesellschaftlichen Bündnis United4Rescue ermöglicht. Bündnispartner sind unter anderem die Evangelische Kirche in Deutschland, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), World Vision Deutschland, der Koordinierungsrat der Muslime und zahlreiche Einzelspender*innen.
An Bord wird die Organisation Sea-Watch, die den Einsatz organisatorisch begleitet von Ärzten ohne Grenzen unterstützt.
Hunderte Menschen auf der Flucht geraten immer wieder auf dem Mittelmeer in Seenot – und Europa sieht zu, wie Menschen dort ertrinken und unternimmt nichts. Der Tod vieler Menschen wird in Kauf genommen und von den Medien kaum noch erwähnt.

United4Rescue schreibt dazu:


„… Die Situation auf dem Mittelmeer könnte derweil kaum dramatischer sein. Fast alle einsatzfähigen Rettungsschiffe sind wegen angeblicher Sicherheitsmängel in Italien festgesetzt oder werden mit absurden Auflagen am Einsatz gehindert. Dabei gibt es täglich Meldungen über Seenotfälle. Wenn unser Bündnisschiff ausläuft, wird es das einzige zivile Rettungsschiff im Mittelmeer sein!
Und wir befürchten jetzt schon, dass auch unser Schiff nach seinem Einsatz festgesetzt werden soll…“

Mehr Informationen und wie Sie aktiv werden können, finden Sie unter www.united4rescue.com

79,5 Mio Menschen sind weltweit auf der Flucht

Der UNHCR global trends report für 2019 ist erschienen:

https://www.unhcr.org/news/press/2020/6/5ee9db2e4/1-cent-humanity-displaced-unhcr-global-trends-report.html

  • Die Länder mit dem höchsten Anteil an Flüchtlingen
  • Fluchtgründe

Ein Text von Kai Weber Flüchtlingsrat Niedersachsen:

79,5 Millionen Millionen Menschen sind dem Bericht zufolge weltweit auf der Flucht – mehr als ein Prozent der Menschheit. In nur zehn Jahren habe sich die Zahl verdoppelt: 2010 zählte UNHCR 41 Millionen Flüchtlinge weltweit. „Das ist die größte Zahl der Flüchtlinge, die das UNHCR je in seiner 70-jährigen Geschichte registriert hat“, heißt es.

Mehr als zwei Drittel aller Flüchtlinge auf der Welt sind nur fünf Ländern zuzuordnen: Syrien führt die Statistik mit den meisten Vertriebenen an: UNHCR zählt 6,6 Millionen aus diesem Land. Auf Platz zwei der Herkunftsländer liegt Venezuela (insgesamt 3,7 Millionen), auf Platz drei  Afghanistan (2,7 Millionen). Auf dem vierten und fünften Platz folgen der Südsudan (2,2 Millionen) und Myanmar (1,1 Millionen). Schätzungsweise 30-34 Millionen seien Kinder, davon Zehntausende ohne Begleitung ihrer eltern.

Dem Bericht zufolge handelt es sich bei 45,7 Millionen (57,5%) der 79,5 Millionen Vertriebenen um sog. Binnenflüchtlinge („displaced persons“), die innerhalb ihres eigenen Landes fliehen mussten. Von den 33,6 Millionen zwangsvertriebenen Menschen, die außerhalb ihres Herkunftslandes Schutz suchten, sind nur 4,2 Millionen Asylsuchende, die auf das Ergebnis von Asylanträgen warteten. Zu den Vertriebenen zählt UNHCR auch 5,6 Millionen Palästina-Flüchtlinge, die unter der Obhut des Hilfswerks der Vereinten Nationen für Palästina stehen.

80 Prozent der Vertriebenen der Welt leben UNHCR zufolge in Ländern oder Gebieten, die von akuter Ernährungsunsicherheit und Unterernährung betroffen sind – viele von ihnen in Ländern mit Klima- und anderen Katastrophenrisiken.  Mehr als drei Viertel der weltweiten Flüchtlinge

(77 Prozent) sind in Situationen langfristiger Vertreibung gefangen – zum Beispiel die Situation in Afghanistan, das sich mittlerweile im fünften Jahrzehnt befindet. Mehr als acht von zehn Flüchtlingen (85

Prozent) befinden sich in Entwicklungsländern, in der Regel in einem Nachbarland des Landes, aus dem sie geflohen sind.

Der hohe Anstieg der Zahl der von UNHCR registrierten Flüchtlinge von

2018 (70,8 Millionen) auf 2019 ist UNHCR zufolge auf zwei Hauptfaktoren zurückzuführen. Erstens der besorgniserregende Anstieg der Zahl der Binnenflüchtlinge in der Demokratischen Republik Kongo, der Sahelzone, im Jemen und in Syrien: „Der Krieg in Syrien dauert mittlerweile neun Jahre. Er hat 13,2 Millionen Menschen zu Flüchtlingen, Asylsuchenden oder Binnenvertriebenen gemacht – das ist ein Sechstel der weltweiten Gesamtzahl.“ Anders als in den 90er Jahren, als nach der Befriedung von Konflikten im Durchschnitt jedes Jahr 1,5 Millionen Flüchtlinge wieder nach Hause konnten, sei die Zahl der „Heimkehrer“ in den letzten zehn Jahren auf jährlich 390 000 gesunken. „Wir beobachten eine veränderte Realität. Vertreibung ist kein kurzfristiges und vorübergehendes Phänomen mehr“, sagt Filippo Grandi, der Hohe Kommissar der UN für Flüchtlinge. Von den Betroffenen aber könne nicht erwartet werden, „jahrelang in Ungewissheit zu leben, ohne die Chance auf eine Rückkehr und ohne Hoffnung auf eine Zukunft am Zufluchtsort. Wir brauchen eine grundlegend neue und positive Haltung gegenüber allen, die fliehen.“ Zweiter Grund für das Ansteigen der Flüchtlingszahlen sei die dramatische Entwicklung in Venezuela.

Deutschland ist den Zahlen von UNHCR zufolge das fünftgrößte Aufnahmeland für Flüchtlinge. Weltweit gesehen lebten die meisten Flüchtlinge aber in der Türkei mit 3,6 Millionen, gefolgt von Kolumbien

(1,8 Millionen) und Pakistan und Uganda (jeweils 1,4 Millionen) Für Deutschland sind im vergangenen Jahr 1,14 Millionen Flüchtlinge gemeldet worden.

Kritisch würdigt UNHCR die europäische Diskussion über die Aufnahme von Flüchtlingen. Dass EU-Staaten als „Koalition der Willigen“ nun 1600 junge Flüchtlinge aus Griechenland aufnehmen wollen, das sei doch „ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Chris Melzer vom UNHCR-Büro in Berlin. „37 000 Flüchtlinge sind auf den griechischen Inseln. Unsere reichen, gut strukturierten und funktionierenden Staaten sollten in der Lage sein, mehr aufzunehmen.“

Moria – das Leiden geht weiter!

„Inakzeptabel“, „unwürdig“ – so werden die Zustände im
Lager Moria auf Lesbos beschrieben.
Deutschland wollte endlich etwas tun und kündigte Anfang März an, sich an der Aufnahme von 1.000 bis 1.500 Kindern zu beteiligen – vor allem kranken.
Doch die nüchterne Bilanz heute: Keines dieser kranken Kinder wurde evakuiert.
Wie das ARD-Magazin REPORT Mainz vom 5.5.2020 berichtet, hatte ein Großteil der jetzt evakuierten Kinder einen Anspruch auf EU-Familienzusammenführung und hätte daher sowieso in Deutschland aufgenommen werden müssen.
Dem Beitrag zufolge war Ärzte ohne Grenzen im regen Kontakt mit dem Bundesinnenministerium. Die Organisation betreibt vor Ort eine Klinik für Kinder und Familien.
Die Mitarbeiter sammelten Namen und Daten von mehr als 150 Kindern, die wegen schweren Erkrankungen dringend evakuiert werden müssten.
Auch andere Organisationen üben Kritik an der deutschen Aktion: Akut gefährdete Minderjährige seien nicht beachtet worden, die Umsetzung sei chaotisch gewesen, die Auswahl teils willkürlich.
direkter Link zur dem Beitrag von REPORT Mainz:

https://www.ardmediathek.de/daserste/player/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzEyMzY1NDc/fluechtlingslager-warum-fast-nur-gesunde-gefluechtete-kinder-aus-griechenland-ankamen

weitere Sendetermine dieser REPORT Mainz Ausgabe :
Fr, 8.5.2020 | 4:15 Uhr | SWR Fernsehen
Fr, 29.5.2020 | 2:15 Uhr | SWR Fernsehen

Von Kai Weber, Flüchtlingsrat Niedersachsen

Stellungnahme der Bremischen Ev. Kirche

„Wir sind erschrocken über Terroranschläge oder –drohungen wie gegen die Synagoge in Halle, in Hanau oder gegen die Bremer Fatih Moschee. Rechte Hetze schürt Hass, enthemmt Menschen und lässt sie zu skrupellosen Tätern werden. Wir stehen an der Seite unserer jüdischen und muslimischen Geschwister und bitten alle Christen in Bremen, der Opfer zu gedenken und für Frieden und Verständigung einzutreten.“

Edda Bosse (Präsidentin)

und

Pastor Dr. Bernd Kuschnerus (Schriftführer)

Rassismus tötet

Wir möchten uns dieser Mitteilung von Pro Asyl anschließen:

„Liebe Freundinnen und Freunde,
heute morgen (…) hat uns die schreckliche Nachricht aus Hanau erreicht. Die Tat dort war wohl rassistisch motiviert. Leider ist es mittlerweile sogar notwendig geworden, festzuhalten und zu betonen: Rassistische Morde sind keine »Unfälle« oder Taten von »wirren Einzelnen«, sie gedeihen in einem gesellschaftlichen Umfeld, in dem Menschenfeindlichkeit salonfähig geworden ist.

Wir möchten aber an dieser Stelle nicht nur über den Täter sprechen, sondern den Angehörigen und Freund*innen der Ermordeten unser Beileid aussprechen – und allen Menschen, die sich aufgrund ihrer Herkunft, Religion oder Hautfarbe in Deutschland zunehmend unsicher fühlen, unsere Solidarität versichern. Wir werden weiter an Eurer Seite stehen!

Wir appellieren auch an alle, in den kommenden Tagen an Mahnwachen und Demonstrationen der Zivilgesellschaft teilzunehmen. Gerade für die Betroffenen von rassistischer Gewalt ist es in diesen Zeiten wichtig, zu sehen, dass sie nicht alleine sind. (…)“

Vorschau 2020

19.02. Fortbildung zu Neuerungen im Asylrecht mit Max Gabel

13./14.3. Fortbildung Deeskalation und Konfliktmanagement mit Sonja Spoede

29.04. Mitgliederversammlung

Veranstaltung von Zuflucht e.V. am 4.12.2019

Vortragsankündigung

„Was steckt im Migrationspaket?“

Verbesserungen, Mogelpackungen und Verschlechterungen – ein Überblick

Seit 2015/16 sind in den Bereichen des Aufenthalts- und Asylrechts nicht so zahlreiche gesetzliche Veränderungen „auf einmal“ vorgenommen worden, wie mit den im Juni 2019 verabschiedeten Normen. Nur Wenige sind vollständig neu. Ganz überwiegend wurden bestehende Gesetze mit zahllosen Einzelregelungen geändert oder ergänzt und dann mit „griffigen“, aber falschen Überschriften wie „geordnete Rückkehrgesetz“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Vortrag bietet einen Überblick über wesentliche Änderungen und lädt zur Diskussion ein.

Prof. Dr. Holger Hoffmann

• Mitglied des Sprecherrates der mit den Wohlfahrtsverbänden und dem UNHCR zusammenarbeitenden Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte
• Deutscher Koordinator des ELENA – Netzwerkes (European Network on Asylum) London/Brüssel
• Ehrenmitglied der Arbeitsgemeinschaft Migrationsrecht des Deutschen Anwalt Vereins
• Mitglied der Niedersächsischen Fachkonferenz für Flüchtlingsfragen

Mittwoch, 4. Dezember 2019
um 19.30
im AtriumKirche
Hohe Straße 7
28195 Bremen
(um eine kurze Teilnahmebestätigung, telefonisch oder per E-Mail wird gebeten)