
PRO ASYL und Wadi e.V. erinnern anlässlich dieses Jahrestages daran, dass Deutschland als eines der ersten Länder den Völ-kermord an den Ezid*innen anerkannt hat. Doch dieser Aner-kennung sind bislang kaum konkrete Taten gefolgt. Viele Ezid*innen leben seit Jahren mit unsicherem Aufenthaltssta-tus in Deutschland und sind akut von Abschiebung bedroht – zurück in ein Land, in dem ihre Sicherheit nicht gewährleistet ist.
Die politische und humanitäre Lage der Ezid*innen im Irak hat sich nicht verbessert. Ein Wadi- Bericht vom Juli 2025 doku-mentiert, dass sich die Situation in den Lagern für ezidische Binnenvertriebene zuletzt erheblich verschlechtert hat. Nach-dem das irakische Ministerium für Migration und Vertreibung die Schließung der Lager angekündigt hatte, zogen sich viele Hilfsorganisationen zurück oder stellten mangels Finanzie-rung ihre Arbeit ein. Der Abbau der US-Entwicklungsbehörde USAID unter der Trump-Regierung verschärfte den finanziellen Engpass zusätzlich.
Die Lagerbewohnerinnen und -bewohner sehen keine Mög-lichkeit zur sicheren Rückkehr in ihre Herkunftsregionen. Die Heimatregion Sindschar liegt noch immer in Trümmern, und rivalisierende Milizen kämpfen weiterhin um Einfluss. Der ira-kische Staat ist nicht in der Lage, die Sicherheit der Ezid*innen zu garantieren.
Vor diesem Hintergrund ist jede Abschiebung von Ezid*innen in den Irak unzumutbar. PRO ASYL und Wadi e.V. fordern daher von der deutschen Politik einen sofortigen, bundesweiten Abschiebestopp für alle Ezid*innen
Ein Abschiebestopp allein genügt nicht. Ezid*innen brauchen eine langfristige Perspektive. PRO ASYL und Wadi e.V. setzen sich für ein dauerhaftes Bleiberecht für ezidische Geflüchtete ein. Deutschland muss die historische und moralische Verant-wortung ernst nehmen und Betroffenen endlich Schutz und Sicherheit bieten.
Elf Jahre nach dem Genozid gilt es, klare Zeichen zu setzen. Niemand darf zurück an den Ort gezwungen werden, an dem Familie und Angehörige ermordet wurden. PRO ASYL und Wadi e.V. appellieren dringend an Bundesregierung und Bundes-länder, jetzt zu handeln und den schönen Worten endlich Taten folgen zu lassen. Es ist höchste Zeit, den Opfern des Genozids in Deutschland wirklichen Schutz und eine Zukunfts-perspektive zu garantieren.
(Quelle: proasyl.de)
