
Stell Dir vor, Du treibst auf einem seeuntauglichen Schlauch-boot auf dem Mittelmeer. Du kannst Dich kaum bewegen – zu wenig Platz. Das Boot verliert langsam Luft und niemand an Bord trägt eine Rettungsweste. Du musst mitansehen, wie mehrere Menschen von Bord gehen – sie tauchen nicht mehr auf. Tage vergehen und keine Rettung in Sicht.
So ergeht es am Wochenende mehr als 40 Menschen, bevor sie von unserer Crew entdeckt werden. Du willst nicht zulassen, dass das die Realität für Tausende Menschen jedes Jahr bleibt? Dann unterstütze unsere Crew dabei, Menschen in See-not beizustehen und Leben zu retten!
Die Crew beginnt sofort mit den Rettungsmaßnahmen. Wind und bis zu 3 Meter hohe Wellen erschweren die Rettung. Viele der Menschen befinden sich in einem kritischen Zustand. Sie sind geschwächt, unterkühlt und dehydriert. Mehrere Perso-nen sind bewusstlos. Eine Mutter und ihr Kind haben schwere Verbrennungen durch das Salzwasser-Benzin-Gemisch.
Notsituation an Bord
Die Crew muss den medizinischen Notfallplan aktivieren. Fast alle an Bord sind mit der Ersten Hilfe und der medizinischen Versorgung der Überlebenden beschäftigt. Mehrfach scheitern wegen des schlechten Wetters Evakuierungsversuche von Geretteten in Lebensgefahr. Erst im dritten Anlauf, viele Stunden später, können fünf Menschen von der italienischen Küstenwache nach Lampedusa gebracht werden.
Mehrere Todesfälle
Für zwei Personen kommt jede Hilfe zu spät. Trotz mehrstün-diger Wiederbelebungsversuchen versterben sie an Bord un-seres Rettungsschiffes. Weitere Menschen sind nach Angaben der Überlebenden auf dem Schlauchboot über Bord gegangen und werden vermisst.
Diese Todesfälle sind keine Tragödie und kein Zufall. Sie sind das Ergebnis einer europäischen Politik, die Menschenrechte verletzt, Rettungen behindert und sichere Fluchtwege ver-weigert.
Dagegen müssen wir etwas tun!
Mit dem Kauf unseres zweiten Rettungsschiffes Humanity 2 wollen wir mehr Rettungskapazitäten auf dem zentralen Mit-telmeer schaffen. Hilf uns, Leben zu retten und Rechtsbrüche zu bezeugen – bringe ein weiteres Schiff mit uns in den Einsatz!
Am Sonntag können 34 Überlebende in Porto Empedocle in Italien an Land gehen. Auch die Leichen werden von Bord ge-bracht. Es ist ein emotionaler Moment für die Geretteten und die Crew. Wir sind erleichtert, dass die Überlebenden in Si-cherheit sind. Gleichzeitig bleibt das Wissen, dass unsere Hilfe nicht für alle rechtzeitig kam.
Genau deshalb fährt unsere Crew gerade noch ein weiteres Mal ins Einsatzgebiet. Auch wenn solche Einsätze Spuren hin-terlassen, wir wollen weitermachen und so viele Menschen wie möglich vor dem Ertrinken bewahren.
Solidarische Grüße
Rebecca von SOS Humanity
(Quelle: sos-humanity.org)
