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Deutschland gewährt immer seltener Schutz: Das Bundesamt droht zur Ablehnungsmaschine zu werden

Bild: pixabay.com
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„In Syrien setzen auch die neuen Machthaber auf Gewalt und Unterdrückung, im Iran und in Afghanistan tun das die herr-schenden Terrorregime nach wie vor. Deshalb ist es beunruhi-gend, dass Deutschland immer mehr Menschen, die vor der katastrophalen Menschenrechtslage in ihren Ländern fliehen, den Schutz verweigert. Dahinter stehen in erster Linie politi-sche Motive in Deutschland, keine Verbesserungen der Lage im Herkunftsland. Das Bundesamt für Migration und Flücht-linge droht, eine Ablehnungsmaschine zu werden“, sagt Karl Kopp, Geschäftsführer von PRO ASYL.

 

Im Jahr 2025 stellten 113.000 Menschen erstmals einen Asyl-antrag in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahr (2024) ging die Zahl um die Hälfte (51 Prozent) zurück. Das ist die niedrig-ste Zahl von Asylsuchenden seit dem Corona-Jahr 2020, als die Grenzen geschlossen waren. Lässt man das Pandemie-Jahr weg, ist es sogar die niedrigste Zahl seit 2013.

 

Neu nach Deutschland eingereist sind aber noch deutlich we-niger Asylsuchende, da viele Asylanträge für hier geborene Kinder gestellt werden, häufig von bereits seit Jahren hier an-erkannten Flüchtlingen. Mit 96.000 liegt die Zahl der neu ein-gereisten Asylsuchenden sogar unter dem Wert von 100.000.

 

Nach Angaben des BAMF lag die Gesamtschutzquote 2025 bei 28 Prozent. Aussagekräftiger für die Gewährung von Schutz ist jedoch die bereinigte Schutzquote, bei der die sogenannten formellen Erledigungen abgezogen werden. Formelle Erledi-gungen bedeutet, dass Asylgründe nicht geprüft werden, weil zum Beispiel ein anderer EU-Staat für den Antrag zuständig ist. In den inhaltlich überprüften Fällen lag die Schutzquote bei 38 Prozent, ein sehr deutlicher Rückgang im Vergleich zu 2024, als 59 Prozent Schutz erhielten.

 

Trotz unsicherer Lage in Syrien: 95 Prozent der Asylanträge werden abgelehnt

 

Der Hauptgrund für den Rückgang der Gesamtschutzquote ist die veränderte Lage in Syrien nach dem Sturz von Diktator As-sad. Zunächst hatte das BAMF alle Entscheidungen gestoppt, seit Oktober 2025 hat es wieder damit begonnen, in größerem Umfang über Asylanträge von Menschen aus Syrien zu ent-scheiden – und lehnt mit rund 95 Prozent fast alle Anträge ab. Nur in fünf Prozent der inhaltlich geprüften Fälle wurde ein Schutzstatus erteilt – trotz Gewalt, politischer Unterdrückung, bewaffneter Milizen und massiver humanitärer Not in Syrien.

 

Hohe Ablehnungsquoten für afghanische Männer

 

Auch beim Hauptherkunftsland des vergangenen Jahres, Af-ghanistan, zeigt sich eine dramatische Tendenz. Hier ist die bereinigte Schutzquote mit 79 Prozent zwar noch hoch – je-doch auch um fast 15 Prozent gesunken. Die meisten positiven Entscheidungen ergingen in den über 40.000 Folgeasylan-trägen, die nach einem EuGH-Urteil überwiegend von afgha-nischen Frauen gestellt wurden. Afghanische Frauen erhalten seither in fast allen Fällen die Flüchtlingsanerkennung.

 

Stark gesunken ist jedoch im Laufe des Jahres 2025 die Schutzquote für afghanische Männer. 2024 lag die Quote noch bei 91 Prozent, bis zur Jahresmitte 2025 nur noch bei 50 Pro-zent. Angesichts dessen, dass im Juni nur noch 34 Prozent der Männer Schutz erhalten haben, geht PRO ASYL davon aus, dass inzwischen mehr als zwei Drittel der afghanischen Män-ner im Asylverfahren abgelehnt werden.

 

Iran: Nur jeder Vierte bekommt Schutz

 

Auch beim Iran ist die Schutzquote angesichts der dramati-schen Menschenrechtslage im Land mit nur 27 Prozent nicht nachvollziehbar. Derzeit geht das Regime mit großer Härte ge-gen die Massenproteste vor. Doch das tun die Machthaber in Teheran seit Jahren. Dass das BAMF trotzdem fast drei Viertel aller Schutzgesuche aus dem Iran komplett ablehnt, ist schlicht skandalös.

 

(Quelle: proasyl.de)

 


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