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Prominente fordern Afghanistan-Aufnahmen

Bild: pixabay.com
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Hierzu die Pressemitteilung:

 

Kabul Luftbrücke Pressemitteilung

Brief an Merz: Prominente fordern Aufnahme aller Menschen aus Afghanistan, die deutsche Aufnahmezusagen erhalten hatten

Berlin, 23.12.2025

 

Mehr als 50 Personen des öffentlichen Lebens, darunter Fernsehmoderator Günther Jauch, Literaturnobelpreisträ-gerin Herta Müller oder der Musiker Herbert Grönemeyer, haben sich mit einem offenen Brief an die Bundesregie-rung gewandt und fordern die Aufnahme all derer, die eine deutsche Aufnahmezusage erhalten hatten, da ihnen in Af-ghanistan die Verfolgung durch die Taliban droht. “Jetzt bleiben nur die wenigen Tage über Weihnachten, um zu handeln, bevor es für Einige bereits zu spät sein könnte,” heißt es in dem Brief.

 

Die Dringlichkeit besteht, da am 31.12. eine von Pakistan ge-setzte Frist endet. Ab Januar könnten die Menschen, die noch in Pakistan festsitzen, nach Afghanistan abgeschoben werden. “Diese Menschen haben als Ortskräfte der Bundeswehr und für deutsche Organisationen gearbeitet oder sich auf andere Weise für Demokratie und Menschenrechte eingesetzt. Erlauben Sie ihnen die Einreise nach Deutschland und retten Sie damit ihr Leben. Es wäre ein Akt der Humanität, der einen wesentlichen Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammen-halts und des Gelingens von Politik ausmacht,” so der Wort-laut.

 

Bereits Anfang Dezember hatten Claus Kleber und Cordt Schnibben mit prominenter Unterstützung an die Bundesre-gierung appelliert, ihr Schutzversprechen einzuhalten: „Es ist der Versuch der Bundesregierung, durch Verzögerungen die Aufnahmezusagen der Vorgängerregierung zu unterlaufen. Und es ist der Versuch, durch diese Hinhaltetaktik entspre-chende Urteile deutscher Gerichte zu ignorieren,“ schreiben sie im sogenannten Kabuler Appell.

 

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hatte derweil 100.000€ für die von Kabul Luftbrücke unterstützen Gerichts-verfahren Betroffener zur Verfügung gestellt. Sowohl der Jour-nalist Cordt Schnibben, als auch der Beauftragte der EKD für Flüchtlingsfragen, Bischof Christian Stäblein, gehören nun zu den Erstunterzeichnern des offenen Briefs an die Bundesre-gierung.

 

“Wir freuen uns, dass der Druck durch den Kabuler Appell und die von uns unterstützten Gerichtsverfahren Wirkung zeigt und am Montag zumindest noch ein Flug mit Schutzsuchen-den in Deutschland angekommen ist. Unser Ziel haben wir aber erst dann erreicht, wenn alle, denen Deutschland Schutz versprochen hat, auch hier angekommen sind.” sagt Eva Beyer von der Kabul Luftbrücke.

 

Hier findet sich der offene Brief: 

 

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz,
sehr geehrter Herr Innenminister Dobrindt,
sehr geehrter Herr Außenminister Wadephul,


kurz vor Weihnachten wenden wir uns mit einer dringenden Bitte an Sie:

 

Geben Sie den Menschen in Pakistan, die trotz deutscher Auf-nahmezusage nach Afghanistan zurückgeschoben werden sol-len, eine Zukunft. Diese Menschen haben als Ortskräfte der
Bundeswehr und für deutsche Organisationen gearbeitet oder sich auf andere Weise für Demokratie und Menschenrechte eingesetzt. Erlauben Sie ihnen die Einreise nach Deutschland und retten Sie damit ihr Leben. Es wäre ein Akt der Humanität, der einen wesentlichen Bestandteil des gesellschaftlichen Zusammenhalts und des Gelingens von Politik ausmacht. So appellieren wir an Ihre Mitmenschlichkeit.

 

Wir bitten um Ehrfurcht vor dem Leben von Menschen, die für die Bundesrepublik Deutschland, für unsere Werte und Inte-ressen – nicht zuletzt für Freiheit und die gleiche Würde aller – ihre Existenz aufs Spiel gesetzt haben und nun gerade deshalb gemeinsam mit ihren Familien in größter Gefahr sind. Sie ha-ben darauf vertraut, dass Deutschland Wort hält und ihnen beisteht. Nun haben sie keinen sicheren Ort mehr. Bitte zeigen Sie, dass wir ein verlässlicher Staat sind.


Weite Teile der Zivilgesellschaft, Expertinnen, Journalisten und die Kirche warnen schon lange, dass nicht nur die Glaub-würdigkeit Deutschlands, sondern auch Menschenleben auf
dem Spiel stehen. Jetzt bleiben nur die wenigen Tage über Weihnachten, um zu handeln, bevor es für Einige bereits zu spät sein könnte.

 

Wir erlauben uns, Sie an Ihren Amtseid zu erinnern, in dem Sie gelobt haben, „Gerechtigkeit gegen jedermann“ zu üben. Wir bitten Sie: Sehen Sie in den rund 1.800 afghanischen Frauen
und Männern, in den Kindern und Familien, Menschen, denen nun solche Gerechtigkeit zuteilwerden muss. Sie haben sich nichts zuschulden kommen lassen – aber sie haben auf uns
vertraut.

 

Bitte lassen Sie für diejenigen, die ohnehin schon viel zu lange verzweifelt auf Rettung
warten, ein Licht in dieser dunklen Zeit erstrahlen.

 

Hochachtungsvoll

(Quelle: kabulluftbruecke.de)


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